Im Rahmen der beruflichen Revision FUTUREMEM geht es darum, die neue Kultur der Handlungskompetenz im Unternehmen langfristig zu verankern. Zudem müssen die Aktivitäten im Bereich der Weiterbildung und der Förderung der Nachfolge verstärkt werden. Samuel Vuadens, Präsident der Ausbildungs-kommission, erklärt wie.
Interview : Monica Hotz
Samuel Vuadens, der Beginn der Ausbildung der acht neu organisierten beruflichen MEM-Ausbildungen im Rahmen der beruflichen Revision FUTUREMEM ist für Sommer 2026 vorgesehen. Sind wir im Zeitplan ? Was sind die weiteren Schritte bis dahin ?
Samuel Vuadens: Ja, wir sind einmal mehr in der Zeit, und ein wichtiger Meilenstein wurde erfolgreich erreicht. 2025 hat die Sitzung der nationalen Kommission die Finalisierung der Verordnungen und der Ausbildungspläne bestätigt. Diese werden bis Ende Juni veröffentlicht und treten offiziell am 1. Januar 2026 in Kraft. Die ersten Lehrlingsjahrgänge werden gemäß dem neuen Rahmen im August 2026 beginnen. Zu den verbleibenden Schritten gehört die Ausarbeitung verschiedener Ausführungsbestimmungen - zum Beispiel bezüglich der Verfahren zur Qualifizierung oder der überbetrieblichen Kurse. Darüber hinaus befinden sich die Lehrpläne für die Berufsschulen, das Ausbildungsprogramm für die Unternehmen und der Rahmenlehrplan für die überbetrieblichen Kurse in der Finalisierung. Parallel dazu wird die Planung und Umsetzung der Informations- und Schulungsmaßnahmen für die verschiedenen Lernorte und Akteure der beruflichen Grundbildung in der MEM-Branche vorangetrieben. Ein besonderer Akzent wird auch auf die Integration der digitalen Lernplattform techLEARN gelegt.
Was bleibt im Projekt FUTUREMEM nach dem Beginn der Ausbildung zu tun ?
Die Umsetzung endet nicht mit dem Start im August 2026. Es wird darauf ankommen, die Begleitung vor Ort sicherzustellen: die Qualität der ersten CIE zu gewährleisten, die Ausbilder zu schulen, die Nutzung von techLEARN an den verschiedenen Ausbildungsorten zu festigen und die Rückmeldungen zu verfolgen. Es wird auch darum gehen, die neue Kultur der praktischen Kompetenzen nachhaltig zu verankern, mit formativen und summativen Bewertungen, die näher an der Praxis sind.
Im Jahr 2024 wurde beschlossen, die neuen Medien für das Lernen und Lehren nicht mit Swissmem zu behandeln. Wo steht Swissmechanic in dieser Hinsicht und können Sie uns bereits einige Informationen geben ?
Swissmechanic ist heute vollständig in die Entwicklung der techLEARN über den Dachverband mit Swissmem integriert. Parallel dazu entwickeln wir unsere eigenen Inhalte, angepasst an die Realitäten der KMU und an die Erwartungen unserer Mitglieder und Ausbildungszentren. Das Ziel bleibt klar: moderne, interaktive und leicht zugängliche Lernmedien für die betriebliche Ausbildung und die überbetrieblichen Kurse zu entwickeln.
Wo genau verfolgen Swissmechanic und Swissmem gemeinsame oder getrennte Wege im Bereich der beruflichen Bildung?
FUTUREMEM veranschaulicht gut unsere Fähigkeit, gemeinsam an strukturellen Projekten zu arbeiten. Sei es mit techLEARN.swiss für die digitale Umgebung oder Faszination Technik für das Marketing von Berufen, die Synergien sind vorhanden. Gleichzeitig behält Swissmechanic die Fähigkeit, auf die spezifischen Bedürfnisse seiner Sektionen und seiner KMU autonom zu reagieren. Diese Agilität ist entscheidend, um mit der Realität aus dem Feld verbunden zu bleiben.
Welche Projekte sind in den nächsten Jahren im Bereich der Ausbildung geplant, abgesehen von FUTUREMEM?
Über FUTUREMEM hinaus wollen wir unseren Einsatz auf zwei Fronten intensivieren: die Weiterbildung und die Entwicklung des Nachwuchses. Dies geschieht durch die Stärkung der digitalen Kompetenzen der Ausbilder, die aktive Förderung unserer technischen Berufe durch koordinierte Kampagnen und die Schaffung von modularen Bildungswegen über das gesamte Leben. Die Dynamik ist gestartet: Jetzt liegt es an uns, mit all unseren Partnern konkret zu werden.